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Clientis Entlebucher Bank weiterhin auf Erfolgskurs

986 Aktionärinnen und Aktionäre liessen sich am letzten Samstag an der GV in der Sporthalle Moosmättili in Schüpfheim über das Geschäftsjahr 2025 informieren. Mit einem Jahresgewinn von rund 2,7 Millionen Franken präsentierte der neue CEO Bernhard Fischer ein Ergebnis, das nur leicht unter jenem des Rekordjahres 2024 liegt.

01.04.2026

Nach der musikalischen Einstimmung durch die «Fyrabemusig» Schüpfheim richtete VR-Präsident Benno Wicki Grussworte und persönliche Gedanken an die Anwesenden. Im Jahr des problemlosen Führungswechsels von CEO Alfons Schmid zu Beni Fischer seien bestehende Strukturen und Abläufe hinterfragt worden und neue Ideen eingeflossen. Die bewährte Strategie der Bank, basierend auf regionaler Verankerung, Dauerhaftigkeit und Verantwortung, werde weitergeführt. «Dafür haben wir sehr gut ausgebildete Mitarbeitende, gute Werkzeuge, Sie als Kapitalgeber und viele zufriedene Kunden», so Benno Wicki. Der Regionalbank seien im KI-Zeitalter die realen Begegnungen und der persönliche Austausch eminent wichtig. 

«Anspruchsvoll, sehr erfolgreich» Trotz verschärfter geopolitischer Unsicherheiten, Regierungskrisen, wirtschaftlicher Spannungen, steigender Staatsverschuldung und tiefer Zinsen hat die Clientis Entlebucher Bank ihre Jahresziele im Berichtsjahr laut CEO Beni Fischer übertroffen: «Wir haben noch nie so hohe Einnahmen generiert». Der Jahresgewinn kommt mit 2,68 Millionen Franken nahe an das Rekordergebnis von 2024 heran (2,75 Millionen). Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um 47 Millionen (+3,47%) auf knapp 1,4 Milliarden, die Kundenausleihungen um 32 Millionen (+2,6%) auf 1,24 Milliarden und die Kundengelder um bemerkenswerte 54 Millionen (+5,8%) auf 986 Millionen. Der Geschäftsertrag betrug 17,8 Millionen (+2,8%). Der Geschäftsaufwand stieg infolge gezielter Investitionen in Personal und Informatik um 0,9 Millionen auf 10,9 Millionen (+9,1%). Der Geschäftserfolg liegt mit 5,97 Millionen acht Prozent unter jenem des Vorjahres (6,49 Millionen). 

Die GV stimmte der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns zu: Von den 2,79 Millionen Franken werden 880 000 Franken als Dividende von acht Prozent ausgeschüttet, 1,8 Millionen werden den freiwilligen Gewinnreserven zugewiesen und 109 000 Franken auf die neue Rechnung vorgetragen. Das gestärkte Eigenkapital weist nach Gewinnverwendung 110 Millionen Franken aus (+3,8%). 

Die Aktionäre genehmigten nicht nur alle Anträge des Verwaltungsrats einstimmig (Lagebericht und Jahresrechnung 2025, Verwendung des Bilanzgewinns, Entlastung von VR und GL), sondern wählten ebenso deutlich gemäss Vorschlag die sieben VR-Mitglieder Judith Andenmatten, Jan Arnet, Andreas Brun, Josef Felder, Maurus Lustenberger, Franziska Seiler und Präsident Benno Wicki für die Amtsdauer 2026 bis 2029 sowie die bankengesetzliche Revisionsstelle Pricewaterhouse- Coopers AG für ein weiteres Jahr. 

Innovativ in die Zukunft Für CEO Beni Fischer ist klar: «Das globale Marktumfeld bleibt anspruchsvoll. Die Aussichten für 2026 werden insgesamt als moderat eingeschätzt. Global wird ein Wachstum von drei Prozent erwartet, für den Euro-Raum und die Schweiz ein Prozent.» Als substanzstarkes Institut blicke seine Bank zuversichtlich nach vorne. Die Unternehmensstrategie beinhalte unter anderem die Cross-Selling-Betreuung (alles aus einer Hand), treibe das Firmenkundengeschäft voran, wolle die Attraktivität der Bank als Arbeitgeberin erhalten und fördern und ihr Marktgebiet Richtung Luzern erweitern. Die Zusammenarbeit mit Drittpartnern werde weiter ausgebaut, um so einen Mehrwert für die Kundschaft zu schaffen. Gemäss dem Slogan «Setzen wir uns zusammen» ermögliche dies eine ganzheitliche Begleitung, weshalb die Finanzplanung und Vermögensverwaltung für die Zukunftssicherung gezielt ausgebaut werde. Ein Element der gezielten Investitionen in die Digitalisierung sei die Einführung einer modernen Mobile-/e-Banking-Lösung. Die Kundschaft werde bei der bevorstehenden Umstellung eng begleitet. 

Nach den Zahlen die Geselligkeit Mit Blick auf das diesjährige GV-Geschenk an alle Anwesenden fand Bernhard Fischer den passenden Link zu Aktionariat und Bank: Die abgegebene Backmischung für Schoggibrötli, kreiert von der Wicki Mühle in Schüpfheim, stehe dafür, wie die wertvollen monetären Zutaten der Aktionäre und Kunden unter Einwirkung der Clientis Hefe den Teig prächtig aufgehen liessen. Das Beispiel des Familienbetriebs Wicki untermauere zudem den hohen Wert einheimischer KMU mit nachhaltiger Geschäftspraxis. Im Anschluss an die GV tischte der Party-Service vom «Sternen» Willisau mit Unterstützung einheimischer Vereine ein feines Nachtessen auf, und zu später Stunde klang die Generalversammlung an der Bar im «Adler» aus.

Ehrungen und Verabschiedungen 

Die Clientis Entlebucher Bank beschäftigt 56 Mitarbeitende an fünf Standorten. Sechs von ihnen wurden für Arbeitsjubiläen zwischen zehn und dreissig Jahren geehrt. Zwei junge Frauen bestanden den Lehrabschluss KV Bank EFZ und fünf Mitarbeitende schlossen Ausund Weiterbildungen erfolgreich ab. Silvan Bieri wurde zum stellvertretenden Bankstellenleiter Escholzmatt und Marbach / Schangnau befördert. Nach 46 Jahren geht Christoph Balmer in Pension. Er wurde für sein langjähriges Engagement in den Bereichen Buchhaltung, IT und Zahlungsverkehr gewürdigt. Alfons Schmid wurde an der letztjährigen GV aus der Geschäftsleitung verabschiedet. «Vom Lehrling zum CEO» - mit dieser aussergewöhnlichen Formel entliess der VR-Präsident Alfons Schmid nach 47 Jahren in den dritten Lebensabschnitt. 16 Jahre trug Felix Aregger, Betriebsökonom und Wirtschaftsprüfer aus Schwarzenberg, die Entwicklung der Bank als Verwaltungsrat mit. Auch er geht in Pension. Benno Wicki dankte ihm für seine Gewissenhaftigkeit, Sachlichkeit und Menschlichkeit. Aregger habe die nötigen kritischen Fragen gestellt und dabei immer den richtigen Ton gefunden.

 
 

Text und Bild Ruedi Emmenegger, Entlebucher Anzeiger

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