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Infoveranstaltung Zukunftssicherung im KMU

Unter dem Titel «Zukunftssicherung im KMU – fit für die Nachfolge» erhielten die zahlreichen Teilnehmenden praxisnahe Einblicke zu Chancen, Herausforderungen und finanziellen Aspekten einer erfolgreichen Nachfolgeregelung.

22.05.2026

Infoveranstaltung Zukunftssicherung im KMU

Zum Thema «Zukunftssicherung im KMU – fit für die Nachfolge» referierten am Mittwoch Martin Scheidegger von der Gewerbe-Treuhand und Beni Fischer, CEO der Clientis Entlebucher Bank.

Früher oder später ist es soweit: Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer steht vor der Frage, wie und wann die Geschäftsnachfolge erfolgen soll. Der Zeitpunkt hängt von der individuellen Einschätzung und der allgemeinen Situation des Unternehmens ab, aber auch davon, ob es gerade eine heikle Situation durchmacht, kürzlich viel investiert wurde, der Markt gerade günstig ist oder ob ein gesundheitliches Problem zu einer Entscheidung zwingt. Laut der Studie «KMU Nachfolge – Quo vadis?» (Stiftung Next, 2024) schliesst jedes dritte Unternehmen in der Schweiz mangels Nachfolge.

«Wir können Möglichkeiten aufzeigen und Unterstützung anbieten. Der Prozess braucht Zeit, meist mehr als man annimmt. Ganz allein wird es wohl nicht gehen.»

Moderator und Clientis-GL-Mitglied André Dahinden stellte die beiden Referenten im Gemeindesaal Adler den zahlreichen Interessierten vor.

Ein Prozess in mehreren Schritten

Martin Scheidegger, Betriebsökonom HWV und Mandatsleiter Führung und Organisation bei der Gewerbe-Treuhand AG, weiss, wovon er spricht. Er rät, sich rechtzeitig Gedanken über die Nachfolgeregelung zu machen. Viele würden zu lange warten, weil die Sache anspruchsvoll sei, die Erfahrung fehle, Liebgewonnenes losgelassen werden müsse und der Entscheid langfristige Auswirkungen habe. Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten, Öffentlichkeit und Behörden, Banken als Kapitalgeber, das Steueramt und nicht zuletzt die Erben müssten als Mitbetroffene berücksichtigt werden.

«Der Faktor Zeit ist wichtig.»

Eine Studie der Credit Suisse von 2022 zeige, dass mit 53 Prozent die Nachfolge innerhalb der Unternehmerfamilie geregelt wird, mit 24 Prozent durch Verkauf an Externe und mit 23 Prozent durch internen Verkauf an Mitarbeitende. Martin Scheidegger rät, den Nachfolge-Prozess mit einer Standortbestimmung sechs bis acht Jahre vor der geplanten Übergabe einzuleiten. Als weitere logische Schritte sieht er die Vorbereitung des Verkaufs, die Bekanntmachung am Markt, die Auswertung der Angebote, die abschliessenden Verhandlungen und schliesslich den Vollzug der Nachfolge.

Da viele Disziplinen gefragt seien, sei der Beizug von Spezialisten nötig. Schliesslich dürfe man die emotionale Komponente nicht unterschätzen, und im Fall einer familieninternen Lösung müsse der Plan von der Familie abgesegnet werden.

«Was wäre wenn…?»

Mit den finanziellen Aspekten befasste sich Bernhard Fischer, CEO Clientis Entlebucher Bank AG. Aus seiner Erfahrung heraus stellte er grundlegende Fragen und lieferte entsprechende Antworten zum operativen Geschäft, zur strategischen Ausrichtung, zum Mitarbeiter- und Familienschutz, zur Firmenstruktur und zum Thema Privat- versus Geschäftsschulden. Sein Augenmerk galt beiden: dem Verkäufer und ganz stark auch dem Übernehmenden. Letzterer müsse die zahlreichen Interessengruppen in seine Überlegungen einbeziehen, ferner eine eventuelle «Entschlackung» der Firma, die Plausibilität des Kaufpreises und seine eigenen finanziellen Ressourcen. Die Bank schaue genau hin, weil das Unternehmerrisiko wie auch die Chancen beim Käufer lägen. Als Einflussgrössen nannte Fischer unter anderem Eigenmittel von mindestens einem Drittel, Zinskosten und Risikobereitschaft. Er zeigte mögliche Kredit-Sicherheiten auf, betonte die Dringlichkeit eines Finanzplanes über fünf Jahre und wies abschliessend auf mögliche Stolpersteine hin.

«Ja, ich bin überzeugt: alleine geht es nicht.»

Zum Abschluss lud André Dahinden alle Anwesenden zum Apéro und zum persönlichen Austausch ein.

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